Zurzeit duftet es in vielen Gärten wieder nach gegrilltem Fleisch. Auch Fleischersatzprodukte werden beliebter. Unsere Zeitung fragte bei Metzgereien im Vogelsbergkreis nach, welches Fleisch gerade gefragt ist, wie sie die Konsum- und Preisentwicklung wahrnehmen und was den Kunden beim Kauf wichtig ist.
»Ich nehme es schon wahr, dass die Menschen bedachter mit Fleisch umgehen«, berichtet Britta Hahn, die zusammen mit ihrem Mann Karsten die Theo Hahn Metzgerei in Frischborn betreibt. Doch es werde noch immer gerne viel Fleisch gekauft und konsumiert. Besonders an Feiertagen oder bei wärmerem Wetter gebe es einen großen Run auf Grillfleisch. Für die Kunden der Frischborner Metzgerei sei es wichtig, dass das Fleisch nachhaltig produziert werde und eine gute Qualität aufweise. Es müsse nicht unbedingt Bio sein, aber regional, so Hahn. Fleischersatzprodukte bietet die Frischbörner Metzgerei nicht an. Dennoch sind dort auch vegetarische Produkte wie Grillkäse oder Gemüsespieße zu finden.
Es habe aber bei bestimmten Produkten eine Preisanpassung geben müssen. Rindfleisch beispielsweise sei im Moment teuer, da die Nachfrage größer als das Angebot sei, wie Britta Hahn erklärt. »Rind und Schwein sind im Moment der Renner«, sagt die Frischbörnerin in Bezug auf die Grillsaison. Die Kunden kaufen im Moment viel mageres Schweinefleisch und Rinderfiletsteaks, aber auch Putenfleisch sowie Würstchen seien gefragt. Ihre Metzgerei biete passend dazu 14 verschiedene Sorten an Bratwürsten in ihrer »Bratwurstboutique« an.
»Würstchen gehen immer«, sagt Maria Günther, die Fachverkäuferin der Vulkan Metzgerei im Lautertaler Ortsteil Engelrod . Zur Grillsaison seien neben Würstchen auch Steaks verschiedenster Art gefragt sowie Schaschlikspieße. Der Chef der Metzgerei mache dort alles selbst, von der Schweinefütterung bis hin zur Produktion des Fleisches. Dass die Produkte direkt aus der Region stammten, sei auch den Kunden bewusst, weshalb sie lieber in der Metzgerei ihr Fleisch kaufen würden als im Supermarkt, ist sich Maria Günther sicher. »Selbst Vegetarier kommen zu uns. Beispielsweise Frauen, die Fleisch für ihre Ehemänner kaufen«, so Günther. Auch in der Vulkanmetzgerei sind keine Fleischersatzprodukte zu finden. Für Vegetarier käme allenfalls der Grillkäse infrage, welcher auch selbst hergestellt werde, wie die Fleischereiverkäuferin versichert. Die Preise seien im Vergleich zu letztem Jahr leicht gestiegen, worauf die meisten Kunden jedoch nicht besonders achteten solange die Qualität stimme.
»Fleisch muss bezahlbar sein«, findet Wilhelm Becker, der Besitzer der Metzgerei Becker in Romrod . Im Moment sei besonders das Rindfleisch teuer. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage hätten die Preise für Fleisch allgemein etwas angehoben werden müssen, um die Fachkräfte auch angemessen bezahlen zu können.
»Die Klassiker sind im Moment gefragt«, berichtet Wilhelm Becker: Steaks, Puten- und Gyrosspieße sowie Hähnchen- und Rindfleisch seien bei den Kunden beliebt. Als vegetarische Alternativen seien Grillkartoffeln und -gemüse im Angebot. Zudem biete die Metzgerei selbst produzierte Grillsoßen und Probierpakete an.
Laut dem Metzgermeister seien in der Romröder Metzgerei regelmäßig neue Angebote im Sortiment, wie aktuell die Hirschsteaks, die sehr gefragt seien. Für die Kunden sei die Herkunft des Fleischs das Wichtigste. Dafür sei auch eine gute Beratung des Personals entscheidend. »Die Kunden wollen wissen, wo ihr Fleisch herkommt«, betont Becker. Eine ausgewogene Ernährung sei wichtig, findet Wilhelm Becker. Der Fleischkonsum sei in den letzten Jahren relativ gleich geblieben, blickt er zurück. Die Vielfalt habe sich dahingehend verändert, dass neben Schwein auch andere Fleischarten immer häufiger gekauft würden.
Einer abwechslungsreichen heimischen Grillsaison steht also nichts im Wege.
von ALW am 13.6. im Lauterbacher Anzeiger